Warum wir keinen Editor bauen
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Vorlagen-Editor tritt gegen Figma und Canva an und verliert dort: Die Beschwerden über Automatisierungswerkzeuge mit Editor handeln von fehlenden Blend-Modi, fehlenden Spalten, Grundformen ohne eigenes SVG, Überforderung.
- Statt eines Editors gibt es eine geprüfte Beschreibung der Anordnung: wo das Foto sitzt und wie viel es nimmt, worauf der Text steht und wo in seiner Fläche, ob die Fläche neutral oder in der Markenfarbe ist, wo Badge, Fakten, Knopf und Absender stehen.
- Die Beschreibung entsteht aus einem Satz, aus einem Screenshot oder aus einer Skizze, und eine Vorschau zeigt sie auf dem eigenen Datensatz in bis zu sechs Formaten zugleich. Was die Sprache nicht ausdrücken kann — ein frei gesetztes Logo, ein zweites Foto, ein QR-Code —, steht in der Antwort.
- Jede Beschreibung, die angenommen wird, zeichnet in jedem großen Format und besteht die Textleiter. Eine, die sich nicht zeichnen lässt, wird abgelehnt oder mit Begründung repariert, nie stillschweigend umgedeutet.
- Was ein Kunde aufgibt: Er kann nichts frei verschieben, und aus einem Bild gelesen stimmt die Lage des Textblocks in rund drei von vier Fällen. Was er bekommt: Nichts, was er beschreibt, geht kaputt.
Die Frage kommt in jedem zweiten Gespräch: „Kann ich das selbst gestalten?“ Und die ehrliche Antwort ist: Nein, nicht mit der Maus. Dieser Beitrag erklärt, warum das eine Entscheidung ist und keine Lücke, und was es einen Kunden kostet.
Nachtrag vom 23. September. Als dieser Beitrag erschien, gab es drei Anordnungen für die großen Rahmen und eine Schrift, und am Ende stand, was als Nächstes kommt. Das ist inzwischen gebaut und weiter gegangen: Es gibt vier Schriften, und statt einer Wahl aus drei Anordnungen eine Beschreibung, die man in einem Satz sagt oder aus einem Screenshot liest. Der neue Abschnitt „Was wir stattdessen gebaut haben“ zeigt, wie das aussieht; die Abschnitte davor stehen, wie sie am 15. September geschrieben wurden, die beiden danach sind auf den heutigen Stand gebracht.
Was ein Editor kostet, den man hat
Fast jedes Werkzeug unserer Kategorie hat einen Vorlagen-Editor. Man zieht Kästen, setzt Platzhalter, bindet Daten an. Und fast jede Beschwerde, die man über diese Werkzeuge auf Bewertungsportalen liest, ist eine Beschwerde über den Editor. Aus den Bewertungen eines Automatisierungswerkzeugs mit Editor, sinngemäß und ohne Namen:
- Fügt man ein neues Element ein, erscheint es auf allen bisher erzeugten Bildern.
- Blend-Modi aus Photoshop und Figma fehlen: Multiply, Soft Light, Overlay.
- Text lässt sich nicht in Spalten setzen, Formen sind Kreis und Rechteck, ein eigenes SVG geht nicht.
- Das Werkzeug wirkt anfangs überfordernd, weil es so viele Werkzeuge hat.
Keine dieser Beschwerden handelt davon, ob die Grafiken richtig sind. Alle handeln davon, dass der Editor kein Figma ist. Wer einen Editor baut, tritt gegen Figma und Canva an, und dieses Rennen ist entschieden. Man verliert es mit jedem fehlenden Blend-Modus ein bisschen mehr.
Und die zweite Rechnung ist die aus „Warum Vorlagen brechen“: Eine Vorlage aus einem Editor ist mit einem Beispieltext gebaut und funktioniert mit diesem Beispieltext. Was bei „Denkmalgeschütztes Gründerzeit-Anwesen mit Remise“ passiert, weiß der Editor nicht, und der Kunde erfährt es, wenn der Beitrag online ist.
Was wir stattdessen tun
Bei uns sind Anordnungen Code. Eine Anordnung ist ein Stück Programm, das ein Mensch geschrieben hat, das weiß, für welche Rahmen es taugt, wie viele Zeilen der Titel haben darf, und in welcher Reihenfolge es Dinge weglässt, wenn sie nicht passen. Für die großen Rahmen gibt es drei davon:
Jede Anordnung wird bei jedem Rendern gemessen. Läuft Text über, greift die Leiter, und die Antwort nennt die Stufe. Deshalb können wir den Satz sagen, den ein Editor nicht sagen kann: Es gibt keine Grafik von uns, die kaputt aussieht, weil jemand sie gebaut hat. Niemand hat sie gebaut.
Die Gestaltung liegt daneben, als acht Variablen: Akzentfarbe, Tinte, Fläche, hell oder dunkel, Ecken, Badge-Form, Versalien, Schriftgewicht. Sie färben alle zwanzig Formate auf einmal. Eine Marke ist bei uns keine Vorlage, sondern ein Satz Werte, und die Anordnungen wissen, was sie damit tun.
Das Referenzbild, mit Nachbarn
Der Einwand liegt auf der Hand: Acht Variablen, wer soll die einstellen? Die Antwort ist ein Bild. Ein Canva-Export, ein alter Beitrag, ein Markenblatt. Ein Bildmodell liest die Variablen davon ab, und seit dieser Woche liefert es nicht nur die eine Lesart, sondern ihre Nachbarn: dasselbe mit hellem Panel statt dunklem Foto, mit den anderen Ecken, in Versalien, mit der zweiten Farbe, die es im Bild gesehen hat. Jeder Nachbar geht durch dieselbe Kontrastprüfung wie die Lesart. Jeder ist eine echte gerenderte Grafik, keine Farbfläche. Der Kunde sieht sechs Bilder und klickt eins an.
Das ist die Variation, die ein Kunde bekommt: nicht beliebig, aber sichtbar, und jede Variante ist eine, die funktioniert. Rechnerisch sind es je Format drei Anordnungen mal zwei Schemata mal drei Eckenformen mal zwei Schreibungen mal zwei Gewichte, rund 72 Erscheinungen, bevor eine Farbe gewählt ist. Kein Editor nötig, und keine davon kann brechen.
Was wir stattdessen gebaut haben
Der Einwand gegen „kein Editor“ war immer derselbe: Drei Anordnungen sind drei, und meine Marke sieht anders aus. Die Antwort ist keine vierte Anordnung, sondern eine Sprache, in der man eine Anordnung beschreibt. Sie ist klein und geschlossen: wo das Foto sitzt (randlos, als Band oben, als Spalte links oder rechts, gar nicht) und wie viel es nimmt; ob der Text auf dem Foto oder auf einer Fläche steht, und wo in seiner Fläche — oben, mittig, unten oder über die ganze Höhe verteilt; ob die Fläche neutral ist oder in der Markenfarbe; wo Badge und Fakten stehen, ob ein Knopf und eine Absenderzeile gezeichnet werden.
Man muss diese Sprache nicht lernen. Man sagt einen Satz:
Foto rechts, links eine Spalte in Markenfarbe, Überschrift oben, Preis weiter unten, Absender ganz unten.
Daraus wird eine geprüfte Beschreibung, und die Vorschau zeigt sie sofort auf dem eigenen Datensatz, in bis zu sechs Formaten zugleich. Das ist die Antwort, die unsere Produktion auf genau diesen Satz gegeben hat, gezeichnet für einen Schuh:
Dieselbe Beschreibung kennt keine Branche. Auf eine Wohnung angewandt, in einem Petrolton, sieht sie so aus:
Was der Satz verlangt und die Sprache nicht ausdrücken kann, steht in der Antwort. „Logo oben links“ gibt es nicht — das Logo sitzt am Ende der Absenderzeile —, und ein zweites Foto oder ein QR-Code auch nicht. Ein Editor in Satzform, der stillschweigend weglässt, was er nicht kann, wäre eine Maschine zum Enttäuschen; deshalb prüft ein Stück Code die bekannten Grenzen zusätzlich zum Modell. Ein Satz kostet 0,20 €, die Vorschauen sind Grafiken und kosten nichts.
Die Fläche in der Markenfarbe
Der häufigste Aufbau in beiden Branchen ist eine farbige Textfläche neben dem Foto. Wird die Fläche zur Markenfarbe, muss alles, was bisher die Markenfarbe trug, eine andere Farbe bekommen, sonst verschwindet es in seinem eigenen Grund: Der Preis wechselt auf die Schriftfarbe, Knopf und Badge kehren sich um. Welche Schriftfarbe das ist, entscheidet der Kontrast — weiß auf Blau, dunkel auf Gelb.
Wo der Text in seiner Fläche sitzt
Eine hohe Spalte neben dem Foto lässt die Frage offen, wohin der Text gehört. Oben lässt sie die untere Hälfte leer; über die ganze Höhe verteilt steht die Überschrift oben, der Preis weiter unten und der Absender am Fuß — der Aufbau, den die meisten Vorlagen der Kategorie haben.
Aus einem Screenshot
Wer heute schon Grafiken hat, beschreibt sie nicht, sondern lädt eine hoch. Gelesen werden Farben, Schrift, Formensprache und die Anordnung samt Farbe der Fläche, in drei Modellaufrufen zum Preis der bisherigen Stil-Übernahme. Das Ergebnis ist eine Beschreibung wie die aus einem Satz — also gilt sie für jedes Format und lässt sich nachstellen.
Wie zuverlässig das ist, haben wir an unseren eigenen Grafiken gemessen, deren Beschreibung wir kennen: 22 Grafiken, halb Produkte, halb Wohnungen, zurück durch das Lesen. Fotoplatzierung, Fotoanteil, Ausrichtung, Farbe der Fläche, Badge, Knopf und Absender kamen fast ausnahmslos richtig zurück. Die Lage des Textblocks ist die schwache Stelle: im Mittel drei von vier, am schlechtesten im Breitformat, wo der Text seine Fläche fast ganz füllt und oben, mittig und unten nahezu dasselbe Bild ergeben. In der App steht dieser Wert deshalb direkt neben der Vorschau, einen Klick entfernt. Für Skizzen auf Papier nennen wir keine Zahl, weil wir noch nicht an echtem Papier gemessen haben.
Was ein Kunde aufgibt
Er kann nichts frei verschieben. Wenn das Logo links oben soll, gibt es keine Maus, die es dorthin setzt; es sitzt am Ende der Absenderzeile. Es gibt ein Foto pro Grafik, keinen QR-Code, keine eigene Schriftdatei — vier Familien stehen zur Wahl. Die Reihenfolge der Rollen ist fest: Ort, Überschrift, Preis, Fakten, Knopf, Absender. Und was aus einem Bild gelesen wird, muss man manchmal nachstellen.
Das ist der Preis, und wir nennen ihn lieber, als ihn hinter einem Editor zu verstecken, der dann seinerseits nicht kann, was Figma kann.
Was kommt, und was nicht
Weitere Werte in der Beschreibung, jeder einzeln aufgenommen: wenn er in jedem Format zeichnet, das er beansprucht, wenn ein Bildmodell ihn aus einem Bild lesen kann, und wenn jeder seiner Werte ein eigenes Bild ergibt. Dazu eine Messung an echten Skizzen, bevor wir für Papier eine Zahl nennen.
Ein Editor ist es nicht. Nicht, weil wir ihn nicht bauen könnten, sondern weil jeder, der einen hat, im Ergebnis Figma nachbaut und dabei die eine Sache verliert, für die ein Kunde uns bezahlt: dass die Grafik stimmt, ohne dass er sie ansieht.
Häufige Fragen
Kann ich bei ListingShot meine eigene Vorlage gestalten?
Nicht mit einem Editor, aber in Worten: Sie sagen in einem Satz, wie die Grafik aussehen soll, oder laden eine Grafik hoch, die Ihnen gefällt. Daraus wird eine geprüfte Beschreibung der Anordnung — Foto, Textfläche, Lage des Textes, Farbe der Fläche, Badge, Fakten, Knopf, Absender —, die Sie auf Ihrem eigenen Datensatz sehen, in den Listen nachstellen und unter einem Namen behalten. Was Sie nicht können: ein Element mit der Maus frei verschieben.
Was passiert mit meinem Canva-Design?
Sie laden es als Bild hoch. Gelesen werden Farben, Schrift — die nächste von vier Familien —, Formensprache und die Anordnung, dazu die Farbe der Textfläche. Jedes Format wird damit gezeichnet. Was die Beschreibung nicht kennt, etwa ein Profilbild oder die Kopfzeile eines sozialen Netzes, nennt die Antwort als nicht übernommen.
Funktioniert das auch für Produkte, nicht nur für Immobilien?
Ja. Die Beschreibung kennt keine Branche: Dieselbe Anordnung gilt für einen Schuh im Shop und für ein Exposé. Die Beispiele in diesem Beitrag zeigen zuerst ein Produkt und dann eine Wohnung, und die Vorlagen, an denen die Übernahme geprüft wurde, sind Shop- und Makler-Posts.
Wie zuverlässig ist die Übernahme aus einem Screenshot?
Gemessen an unseren eigenen Grafiken, deren Beschreibung wir kennen: Fotoplatzierung, Fotoanteil, Ausrichtung, Farbe der Textfläche, Badge, Knopf und Absender kommen fast immer richtig zurück, die Lage des Textblocks im Mittel in drei von vier Fällen. Am schwersten ist sie im Breitformat, wo der Text seine Fläche fast ganz füllt. Für handgezeichnete Skizzen nennen wir keine Zahl, weil wir noch nicht an echtem Papier gemessen haben.
Kommt ein Editor später?
Nein. Was kommt, sind weitere Werte in der Beschreibung, jeder einzeln aufgenommen, wenn er in jedem Format zeichnet und sich aus einem Bild lesen lässt. So wächst die Variation, ohne dass jemand eine kaputte Grafik bauen kann.
Weiterlesen
Warum Vorlagen brechen — und warum es niemand merkt Jede Vorlage funktioniert mit dem Beispieltext, mit dem sie gebaut wurde. Was bei einem 90 Zeichen langen Titel passiert, entscheidet über Ihre Grafiken — und Sie erfahren es normalerweise erst, wenn der Beitrag online ist.
Immobilienfotos für Social Media: Der Zuschnitt folgt dem Haus, nicht der Bildmitte Ein Querformat-Foto wird für zwanzig Formate beschnitten, und ein Skyscraper behält davon ein Viertel. Ob das Haus in diesem Viertel liegt, entschied bisher die Bildmitte. Jetzt entscheidet es ein Bildmodell, einmal je Foto — auch bei Gesichtern. Was wir dabei gemessen haben, und welcher Fehler dabei ans Licht kam.